Hadya Khalil im Gespräch mit Kathrin Neukom, Fachstelle für junge Erwachsene, Winterthur.

In Kürze:  Vor 2 Wochen berichteten wir über unsere Lernende Hadya Khalil. Wir schrieben über Ihre anstrengende und auch traumatische Flucht in die Schweiz. Doch heute ist Hadya bei uns, der Alpiq InTec angekommen. Wir geben Ihnen hier ein wenig Einblick in ihren Arbeitsalltag.

Als nächstes plant Hadya hier im Lernenden-Blog eigene Beiträge zu verfassen.

Nächster Video/Blogeintrag von Hadya nicht verpassen, Newsletter abonnieren (einfach anklicken).

Doch zuerst führt uns der folgende Video-Clip zu einem ganz persönlichen Portrait:

Den Fokus offen behalten

Manchmal zeichnet sich der Weg zu einem Ziel nicht immer klar ab. Verständlich, denn bei den vielen Einflüssen und Informationsflut der heutigen Zeit, ist es für manche schwierig den Überblick zu behalten. So kann es hilfreich sein, je nach Interessensgebieten möglichst breitgefächert unterwegs zu sein.

Hadya hat dabei schon bald entdeckt, dass sie z.B. zusätzliche Qualifikationen braucht was Keyboard-Skills betrifft oder die Handhabung von PCs. Was für einen Schweizer Teenager selbstverständlich ist, z.B. Internet Zugang auf PC zu Hause, war bei Hadya nicht der Fall. Auch brachte sie aus Syrien keine Erfahrung mit solchen Geräten mit.

Doch Hadya besprach sie mit ihrem Job Coach Kathrin Neukom in Winterthur. Mit deren Unterstützung fand sie den für sie idealen Kurs und dank der finanziellen Unterstützung der Beratungsstelle war ein Kursbesuch überhaupt möglich.

Übrigens, wenn man nach Informationen sucht, dann lohnt sich ein Besuch der Webseite  Lehrstellenbörse der Schweiz, das LENA. Von der öffentlichen Hand ist es das weitaus grösste Portal seiner Art in der Schweiz. Es bietet kostenlos viele nützliche Informationen zur Berufswahl, Schnupperlehre und Lehrstelle.

Die Lena Webseite können wir als erfolgreicher MultiTec-Lehrbetrieb mit 20 Lehrberufen nur empfehlen.

Das Gute daran ist, dass das LENA für den User unabhängig und neutral auftritt. Auch die wichtigen Ansprechpartner der Lehrbetriebe werden bei den offenen Lehrstellen genannt. Eine Kontaktaufnahme wird somit einfach begünstigt.

Kaum zu empfehlen sind hingegen Lehrstellenplattformen, bei welchen Informationen nur gegen Bezahlung offen gelegt werden. Hier ist der Schüler nie sicher, ob alle Lehrstellen aufgezeigt werden, oder aber nur diejenigen von den Firmen welche Geld dafür bezahlt haben.

Die beste Ressourcenseite: Berufe von A-Z für angehende Lehrlinge von LENA.

Mit Selbstreflexion agieren

Natürlich kommt man nicht darum herum, sich über seine Bedürfnisse und Fähigkeiten Gedanken zu machen. Da hilft z.B. sich Fragen zu stellen wie:

  1. Was kann ich z.B. gut und was liegt mir nicht so?
  2. Was interessiert mich mehr, was wiederum weniger?
  3. Und wer bietet mir eine Lehrstelle auf dem Gebiete wo ich mir vorstellen kann zu arbeiten?

Wir haben uns in diesem Blog schon des Öfteren mit ähnlichen Themen befasst.

Ein zentraler Punkt jedoch ist, einen „Plan B“ zu haben.

Das ist eigentlich keine neue und bahnbrechende Erkenntnis, aber wenn man sich dies immer wieder in Erinnerung ruft, kann das entscheidend sein. Die Fragen, die man sich stellen könnte, wären z.B. wie folgt:

  • Was wäre, wenn mein erstes Vorhaben scheitern würde?
  • Was für ähnliche Ausbildungen würde mich auch noch interessieren?
  • Bringe ich die nötigen Skills für den Plan-B mit?
  • Bietet ein potentieller Lehrbetrieb vielleicht eine Ausbildungsalternative an?
  • Habe ich für alle Fälle bei 3 Betrieben geschnuppert?

Gute Beratung ist Gold wert

Die Erfolgsgeschichte von Hadya zeigt auf, dass professionelle Beratungsstellen, eine sehr wichtige Funktion haben.

So wie z.B. auch die Integrationsbegleitung des AOZ Zürich. Aber auch die Fachstelle für Jugendliche in Winterthur. Beide haben Hadya tatkräftig unterstützt und in beiden Fällen sind die Coaches die Extrameile gegangen. Hadya hat wiederum deren Vorschläge, Tipps, usw. tatkräftig und motiviert umgesetzt und z.B. ein Praktikum gemacht im „läbesruum“. Aber auch Deutschkurse besuchen und weitere Hilfestellungen braucht es.

Das AOZ Zürich wie auch die Fachstelle für Jugendliche Winterthur zeigen, dass sie mit ihrer Erfahrung lenken können. Deren Auswertung hilft die nächsten Schritte zu planen.

Doch ein ganz wichtiger Teil des Erfolges ist, dass man wie Hadya die Ratschläge auch annimmt und umsetzt.

„Man kommt viel einfacher voran, wenn man sich ernsthaft weiter entwickeln will. Die Ziele rücken eher in greifbare Nähe.“

Stellt man sich z.B. quer, dann ist ein Lernerfolg kaum spürbar. Unzufriedenheit und Frustration machen sich breit.

Hadya Khalil mit ihren Eltern zu Hause bei den Video Aufnahmen.
Hadya Khalil mit ihren Eltern zu Hause bei den Video-Aufnahmen.

Ohne Fleiss kein Preis

Ein altes Sprichwort. Wenn man ein Berufsprofi werden will, dann muss man den Weg der Profis beschreiten.

Es ist daher kaum möglich, z.B. eine Goldmedaille in den schweizerischen Berufswettbewerben zu gewinnen, wenn man nicht geübt hat. Dieses Training geht mit einer eindeutigen Strategie einher – nämlich zu gewinnen!

Egal ob Jugendliche sich für ein Praktikum, eine Schnupperlehre, oder eine Lehrstelle bewerben. Die richtige Strategie entscheidet über Erfolg, oder Misserfolg.

Im Vorfeld steht deshalb immer das Bewerbungstraining. Das Ziel ist ein entsprechender Ausbildungsplatz und ein Lehrberuf an dem man Freude hat.

Die Motivation als Antrieb

Sich selber motivieren zu können, ist sehr individuell und kommt auf den Menschen an. Dazu ist auch das Umfeld wichtig, in welchem man sich bewegt.

Soviel wie uns Hadya verraten hat, plant sie hier Blog einen Beitrag über das Thema „Motivation“ zu schreiben. Wie sind sehr gespannt, wie der Beitrag ausfallen wird und was Hadya uns noch mehr erzählen will.

Übrigens, falls Du noch eine Lehrstelle suchst oder Sie noch jemanden kennen der noch keine hat, wir haben noch einige Plätze offen für August 2018.

Jetzt gleich bewerben und am Puls der Technik direkt mit dabei sein!

Die beste Ausbildung findet man bei Alpiq InTec.

hadya-und-jasmin-knoeri
hadya-und-jasmin-knoeri

Ihre Meinung ist uns wichtig

Hadya ist bei uns angekommen. Sie beteiligt sich jetzt auch aktiv am Lernenden Blog. Damit möchte sie einen Einblick in ihr Arbeits- und Lernalltag gewähren. Ebenfalls wichtig ist Hadya über ihre ganz persönlichen Erfahrungen aus ihrer Ausbildung zu erzählen.

Und vor allem was es alles gebraucht hat, bis sie in ihrem Ausbildungsbetrieb angekommen ist wird ein Thema sein. Ihre Geschichte bewegt und interessiert.

Doch was uns interessiert ist ihre Meinung zu diesem Thema, wie z.B.:

  1. Haben Sie Erfahrungen in der Ausbildung von Flüchtlingen (z.B. Sprachunterricht, Integrationsarbeit, am Ausbildungsplatz im Betrieb, usw.)?
  2. Wie denken Sie können Betriebe wie z.B. die Alpiq InTec Flüchtlingen noch mehr helfen sich einen Ausbildungsplatz zu sichern?
  3. Was können wir im täglichen Lebensalltag tun, um das gegenseitige Verständnis zu verbessern?

Wir freuen uns auf Ihren Kommentar unten im Kommentarfeld. Wir, oder Hadya selbst, werden diesen ganz sicher beantworten.

Rolf Siebold ist "Leiter Berufsbildung der Bouygues E&S InTec AG". Er ist verantwortlich für die strategische Ausrichtung und Koordination der Berufsbildung schweizweit. Als Administrator dieses Blogs befasst er sich mit Themen rund um die Berufsbildung.

5 Thoughts on “Flucht aus Syrien: Berufsausbildung in der Schweiz”

  • Lieber Herr Siebold

    Ich habe beim Video sehr gerne mitgemacht. Die ganze Arbeit mit dem Filmteam war Lustig und spannend zugleich.

    Auch meinen Eltern gefiel der Besuch bei uns zu Hause. Sie fanden die Dreharbeiten auch spannend. Das Video gefällt mir und miner Familie 🙂

    Herzlichst
    Hadya

  • Lieber Herr Siebold,

    Es ist interessant zu lesen, mit welchen Herausforderungen und Gegebenheiten sich potentielle Bewerber auch in der Schweiz auseinandersetzen müssen.
    Wie in dem Beitrag geschrieben, zeigt sich, dass die Informationsflut für Bewerber stetig steigt und es nur noch schwierig ist auf all den Berufsorientierungswegen einen guten Überblick zu behalten. Umso wichtiger ist es auch, dass sich die Bewerber ein klares Bild davon machen, worin ihre Stärken liegen und worin auch das Interesse liegt. Denn eine Ausbildung soll, wie in vielen Studien bewiesen, vorrangig Spaß machen. Und wie kann eine Ausbildung Spaß machen, wenn man sich nicht mit seinen Stärken und Interessen auseinandersetzt? Hier helfen oft Ausbildungsberater, die durch Tests oder Analysen von Fähigkeiten Vorschläge für mögliche Ausbildungsberufe machen. Und durch zusätzliche Praktika in diesen Bereichen zeigt sich relativ schnell, ob dieser Beruf etwas für einen ist oder nicht.
    Auf seinem Weg der Berufsfindung ist es dann aber auch wertvoll, die Stärken optimal für diesen Beruf hervorzuheben. In Vorstellungsgesprächen ist es wichtig seine Stärken im Bezug zum Beruf darstellen zu können. Hier ist es sicher nicht verkehrt, dass man sich nebenbei weiterbildet und sich gewisse Kompetenzen weiter aneignet und ausbaut.
    In dem Beispiel von Hadya zeigt sich schön, welche Möglichkeiten für einen bestehen – ob mit oder ohne Migrationshintergrund – sofern man sein Ziel nicht aus den Augen verliert.
    Liebe Hadya, toller Beitrag und gute Ratschläge für Bewerber. Ich freue mich, wenn es einen Beitrag zum Thema „Motivation“ geben wird.

    Viele Grüße

    Kristin Rohm

    • Sehr geehrte Frau Rohm,

      Vielen herzlichen Dank für Ihren Kommentar und Ihre wertvollen Gedanken. Sie bringen es auf den Punkt. Unser Bildungssystem bietet in der Tat für Jugendliche alle Möglichkeiten sich entfalten zu können. Dies aber nur, wenn man als Lernender auch gewillt ist, sich reinzuhängen und die erforderlichen Prioritäten richtig setzen kann. Das gelingt leider nicht immer und meist wird dann die Berufslehre, oder der Lehrbetrieb bequemerweise als Sündenbock dargestellt.

      Das Beispiel von Hadya zeigt wunderbar auf, dass wir uns mit dem Thema „Mensch“ im Kontext des Bildungsplans aktiv auseinandersetzen. Das Bildungscontrolling welches die direkten Berufsbildnerin (Jasmin Knöri) betreibt, griff von Anfang an. In der Folge erhöht ein konsequentes, beidseitiges Umsetzen der Bildungsziele die Aussicht auf den Erfolg signifikant.
      Es ist deshalb auch von erheblicher Relevanz, dass eim Jugendlicher eine Vorstellung hat, was er in seiner Zukunft erreichen will. Ohne einen realistischen Plan zu haben – mit allen Vor-und Nachteilen – kann es sehr schwierig werden, dass in der Ausbildung Spass und Erfolg einher gehen. Der einfachere Weg den viele dann versuchen zu wählen, ist über die Gymnasiale Matura. Doch sind auch dort die Abbruchquoten inzwischen bei durchschnittlichen 14.3% (eigene errechnete Daten) angelangt. Die auftauchenden Fragen sind dann immer wieder:

      – Und was jetzt? Finde ich jetzt noch einen Lehrbetrieb, der mich einstellt?
      – Ein Gymi-Abbrecher der eigentlich bereits gezeigt hat, dass er anfänglich nicht in die Berufsbildung wollte?

      So wie es Hadya bisher gemacht hat, ist es der sicherere Weg. Natürlich hoffen wir, dass es so weiter geht. Manchmal ist einfach gut, wenn man klein beginnt und sich dann schrittweise steigert. Wie ich schon mehrfach vernommen haben, haben Sie in Deutschland auch ähnliche Projekte laufen. Haben Sie hier auch schon persönliche Erfahrungen sammeln können?

      Freundlichst

      Rolf Siebold

    • Liebe Frau Rohm

      Herzlichen Dank für Ihren Kommentar und Ihren Interesse auf meine Dreharbeit. Mein 1. Beitrag über das Thema „Motivation“ ist im Blog veröffentlicht. Ich freue mich sehr auf Ihren Kommentar.

      Herzlichst
      Hadya

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.